“We like to screenwrite our albums. This one tells the story of a teenager reaching high school who builds his personality by discovering rock’n’roll in the early 80’s, and meeting all the different gangs of that time. That’s why the record sounds weirdly like it could have come out at the time”, brummt Lionel Limiñana die wohl treffendste Kurzvorstellung des fünften Albums des Duos The Limiñanas hinter seinem dichten, schwarz-grauen Bart hervor.

Album: Shadow People (19.01.2018, Because Music/Alive)

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Tatsächlich fühlt man sich durch die 10 Tracks in eine Filmwelt zwischen Noir, Italo-Western und Tarantino-Flick versetzt: Minimalistische Schlagzeugbeats treffen auf psychedelische Orgeleinsätze und Gitarrenriffs, die stets durch bis zum Anschlag aufgerissene Wah- und Fuzz-Pedale gejagt werden. Fast muss der Hörer erwarten, beim nächsten Blinzeln in einem durch die Wüste donnernden Pontiac Firebird aufzuwachen, begleitet vom Sirenen-Jaulen der Verfolger und dröhnenden Bassläufen aus dem Radio.

Und wie Intertextualität von Pastiche bis Hommage im Postmodernen Kino zum guten Ton gehört, so trieft auch der Sound von Shadow People nur so vor Reminiszenzen an die Hochzeiten des Psychedelic- und Garage-Rocks. Das mag natürlich unweigerlich zu Vergleichen irgendwo zwischen Serge Gainsbourg und Velvet Underground verführen, die jedoch nicht recht zu treffen vermögen: The Limiñanas haben es geschafft ihren eigenen, kratzigen, rauen und doch eingängigen Stil zu formen.

Inspiration finden Lionel (Gesang, Bass, Gitarre, Keyboard, Orgel) und Marie Limiñana (Drums) dabei auch in den zahlreichen Kollaborations-Partnern des Albums: So lieh beispielsweise Anton Newcombe von The Brian Jonestown Massacre den The Limiñanas auf « Istanbul Is Sleepy » nicht nur seine Stimme, sondern lud sie als begeisterter Hörer direkt zu den Album-Aufnahmen in sein Berliner Studio, um das gesamte Album kurzerhand dort ebenfalls zu produzieren.

Der selbstsicher ausgelebte Hang zum Überschreiten von Genre- wie Sprachgrenzen ist nicht zuletzt der Herkunft des Duos aus dem südfranzösischen Perpignan geschuldet – nur 30 Kilometer von der spanischen Grenze entfernt und passende geographische Metapher für den stilistischen Schmelztiegel, den The Limiñanas musikalisch kultivieren.

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