Album
Radyo Siwèl (VÖ: 23.03.2018, No Format/Indigo)

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Mélissa wurde als Kind haitianischer Eltern, die als Studenten vor dem Regime von Diktator François Duvalier geflohen waren, in Montreal geboren und wuchs in Ottawa auf. Sie kehrt mit einem Kopf voller Klänge, Melodien, Stimmungen und Geschichten aus fernen Tagen nach Kanada zurück, die sich zu einer Tracklist reich an Allegorien und einer für Haitis Lyrik und Musik charakteristischen Symbolik des Widerstands entwickeln. Aus diesen Elementen erschafft sie ein Album namens Radyo Siwèl (VÖ: 23.03.2018), das von haitianischer Geschichte und Kultur durchdrungen, aber zugleich sehr persönlich und intim ist: “I’m getting reacquainted with parts of my heritage my parents left out when they were raising me.”

Bei der Ankunft in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince hat Mélissa die Stimme der legendären Schriftstellerin, Komponistin, Sängerin und Bürgerrechtsaktivistin Martha Jean-Claude im Ohr, deren Platten in Kindertagen ihr karibischer Soundtrack in der beißenden Winterkälte von Ottawa waren. Martha Jean-Claude wurde 1952 nach Veröffentlichung eines Theaterstücks verhaftet, musste nach einem Gefängnisaufenthalt ihre Heimat Haiti verlassen, und verbrachte danach 34 Jahre im kubanischen Exil, wo sie voller Sehnsucht die Lieder ihrer Heimat sang. Mélissa fühlte eine große Affinität zu Martha und sie wurde zu einer beständigen Präsenz in Mélissas Träumen über das Land ihrer Vorfahren. Folglich war ihr erster Ansatz, Radyo Siwèl zu einer Platte voller Coverversionen von Martha Jean-Claudes Songs zu machen. In Haiti angekommen, entwickelt sich das ursprüngliche Projekt aber in eine vorher nicht geplante Richtung.

Einige der Stücke auf dem Album sind so alt, dass niemand mehr ihre Autoren kennt. Sie wurden über nicht sesshafte Troubadoure und als Bann’ na Siwel bekannte Orchester von Dorf zu Dorf weiterverbreitet. Mélissa interpretiert ihr haitianisches Erbe allerdings mit einer Indie-Rock-Ästhetik – sie nimmt traditionelle Melodien, Voodoohymnen, Wort- und Songschnipsel aus den alten Liederbüchern und näht sie wie in einem Patchwork aus sich überkreuzenden Identitäten wieder zusammen.

Das Album wurde in nur fünf Tagen eingespielt und Mélissas unverwechselbare Stimme und geschmeidiges Gitarrenspiel werden von Kobo Town-Bandleader Drew Gonsalves aus Trinidad an der Gitarre und Cuatro grandios unterstützt. Das französische Produktionsteam A.L.B.E.R.T. sorgte dafür, dass der Sound sich anhört wie live eingespielt.

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